Starkregen löst 180 Einsätze aus

Die Feuerwehren der Stadt Oberursel sahen sich in der vergangenen Nacht erneut einem Starkregenereignis mit hoher Intensität gegenüber. Das Unwetter, das bereits ab 18:00 Uhr in Frankfurt für heftige Niederschläge sorgte, erreichte gegen 19:15 Uhr auch Oberursel. Innerhalb kürzester Zeit fielen enorme Regenmengen, die von der Kanalisation nicht mehr aufgenommen werden konnten.

An mehreren Einsatzstellen im Stadtgebiet standen Keller unter Wasser.

In der ersten Stunde wurden der Feuerwehreinsatzzentrale 100 Einsätze gemeldet, bis Mitternacht stieg diese Zahl auf etwa 180 Einsatzstellen an. Alle Feuerwehren in Oberursel wurden alarmiert und arbeiteten die Einsätze sukzessive ab.

Besonders bitter war die Situation für die Feuerwehr Mitte in der Marxstraße, die selbst zu einem der Einsatzschwerpunkte wurde. Während in der Einsatzzentrale im Erdgeschoss die Einsätze koordiniert wurden, trat der Urselbach hinter dem Gebäude über die Ufer. Der Bach floss durch den rückwärtigen Garten der Wache, wo er über einen Lichtschacht in den Keller eindrang.

Die Wache Mitte war einer der Einsatzschwerpunkte.

“Wehrführer Uli Both berichtet: „Nachdem wir im vergangenen Jahr schon einmal ähnlich betroffen waren, wurden die Drainagepumpen erneuert, und wir haben spezielle Wasserschotts im Keller installieren lassen.“ Doch diese Maßnahmen waren leider nicht ausreichend gegen die immensen Wassermassen. „Wir haben gerade so geschafft, unsere EDV-Räume und die Elektrohauptverteilung zu schützen, mussten jedoch mehrere Pumpen gleichzeitig betreiben“, ergänzt Both.

Die Hauptstromverteilung wurde mit Sandsäcken gesichert um den Betrieb der Wache aufrecht zu erhalten.

Aufgrund der kritischen Lage in der eigenen Wache und der Gefahr eines Ausfalls der IT-Strukturen entschied sich die Einsatzleitung zur Anforderung überörtlicher Kräfte. Der Einsatzleitwagen des Hochtaunuskreises, betrieben durch die Feuerwehr Kronberg, wurde zur Wache in der Marxstraße beordert. Zusätzlich wurden überörtliche Einsatzkräfte aus der Wetterau sowie das THW aus Bad Homburg angefordert. „Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehrkameraden aus Wöllstadt, Niddatal und Florstadt unterstützten uns an verschiedenen Einsatzstellen im Stadtgebiet, vor allem im Innenstadtbereich“, berichtet Stadtbrandinspektor Valentin Reuter.

Insgesamt wurden rund 150 Einsatzkräfte eingesetzt, die über Nacht auch vom Deutschen Roten Kreuz versorgt wurden. Neben dem Einsatzschwerpunkt in der Marxstraße gab es vor allem in Bommersheim, Oberstedten und in der Innenstadt viele Einsätze. Im Vergleich zu 2023 traf es Weißkirchen und Stierstadt diesmal nicht so extrem wie bei vergangenen Ereignissen.

“Beim überwiegenden Teil der Einsätze standen Keller unter Wasser, und die Feuerwehr musste bei der Beseitigung unterstützen. Es gab aber auch Verkehrsunfälle und Fahrzeuge, die vom Wasser eingeschlossen waren”, ergänzt der frisch vereidigte Zweite stellvertretende Stadtbrandinspektor Moritz Thieme-Knaus.

Mit Pumpen und speziellen Wasser-Saugern wurde an diversen Einsatzstellen im Stadtgebiet gearbeitet.

Thieme-Knaus wurde noch am gleichen Abend vor der Stadtverordnetenversammlung, die im Rathaus tagte, von Bürgermeisterin Runge zum Ehrenbeamten vereidigt. Er begab sich direkt von der Versammlung ins Feuerwehrhaus Mitte, wo er die technische Einsatzleitung unterstützte. Auch Erster Stadtrat und Feuerwehrdezernent Christof Fink wurde von Stadtbrandinspektor Reuter aus der Sitzung gebeten, um sich ein Bild von der Einsatzsituation zu machen.

Beim DRK OV Oberursel wurden die Kräfte versorgt

Gegen 02:30 Uhr konnten die letzten Einsätze beendet werden, und alle Kräfte konnten zurückkehren. Am Freitagmorgen wurde der Feuerwehr dann noch eine vollgelaufene Tiefgarage gemeldet. Hier ist derzeit das THW mit einer Großpumpe im Einsatz, um die Garage mit einer Fläche von etwa 1500m² und einem Wasserpegel von 1,50m zu entwässern.

Das THW setzt zur Stunde Hochleistungspumpen ein um eine Garage von den Wassermassen zu befreien.

“Wir hoffen, dass es bei diesen Einsätzen bleibt, denn die Feuerwehr Mitte veranstaltet ja dieses Wochenende ihr Feuerwehrfest mit Musikveranstaltung am Freitag und Samstag und Tag der offenen Tür am kommenden Sonntag”, sagt Stadtbrandinspektor Valentin Reuter abschließend. Die Feuerwehr Oberursel bedankt sich bei allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Wie bei den vergangenen Einsätzen ist die gute Zusammenarbeit mit den eingesetzten Hilfsorganisationen, der zentralen Leitstelle und den rückwärtigen Führungseinrichtungen hervorzuheben, die alle einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Unwetterlage geleistet haben

Alle Oberurseler Wehren waren im Einsatz

Sirenentest zeigt Verbesserungsbedarf auf

Bei der heutigen Probeauslösung der Sirenen in Oberursel kam es leider zu einer Störung der Steuerungstechnik, die nun näher untersucht wird.

Geplant war pünktlich um 12:00 Uhr die neun Sirenen im Stadtgebiet mit dem Zeichen “Probealarm” auszulösen. In den vergangenen Wochen wurden die Steuerungen an das digitale Behördenfunknetz angeschlossen und sollten nun erstmals über diesen Weg alarmiert werden.

“Hier gab es in der Schnittstelle der Sirenenverstärker und der Empfänger wohl noch ein Problem” so Stadtbrandinspektor Valentin Reuter.

Vereinzelt wurde im Nachgang der Gesamtalarmierung versucht, die Sirenen gezielt anzusteuern – was zur verzögerten Auslösung einiger Sirenen führte.

“Wir werden nun bis zum nächsten Sirenentest, der am 27. Juli stattfinden wird, versuchen die Fehler abzustellen und eine einheitliche Gesamtalarmierung zu ermöglichen.” so Reuter abschließend.

Jahreshauptversammlung resümiert Feuerwehr-Jahr 2023

Am vergangenen Freitag, den 19. April 2024, fand die Jahreshauptversammlung der Feuerwehren Oberursels für das Jahr 2023 statt. Neben den zahlreichen Mitgliedern der Feuerwehren konnte Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler, Bürgermeisterin Antje Runge, Erster Stadtrat und Feuerwehrdezernent Christof Fink, Stadtkämmerer Jens Uhlig sowie weitere Vertreter der Oberurseler Politik begrüßt werden. Auch der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen Norbert Fischer und der Kreisbrandinspektor Carsten Lauer waren anwesend.

Im Jahresbericht gaben Stadtbrandinspektor Valentin Reuter und sein Erster Stellvertreter Andreas Ruhs einen Überblick über die Personalentwicklung, Einsätze, Anschaffungen Entwicklungen und Ausbildungen im Jahr 2023.
Reuter leitete seinen Bericht ein, in dem er das Jahr 2023 als das einsatzreichste Jahr der Vergangenheit betitelte. Dabei entstanden die hohen Einsatzzahlen vor allem im Kontext des Starkregens, der im August 2023 diverse Keller in Oberursel überflutete und den Einsatz überörtlicher Einsatzkräfte aus dem Hochtaunuskreis in Oberursel notwendig machte.


Besonders erwähnenswert und immer wieder Thema auch anderer Wortbeiträge des Abends, waren die Waldbrandereignisse, der sich die Feuerwehrleute im Sommer letzten Jahres gegenübergestellt sahen.

Stadtjugendfeuerwehrwart Tim Kinkel ergänzte den Jahresbericht der Stadtbrandinspektion um die Tätigkeiten der Mini- und Jugendfeuerwehr. Vor allem die um 20 % gestiegenen Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehr auf 102 Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren war beeindruckend. Kinkel und Reuter bedankten sich bei den Jugendgruppenbetreuern ohne die diese tolle Entwicklung nicht möglich wäre.

Von Reuter wurde die baulichen Maßnahmen an den Feuerwehrhäusern in Weißkirchen und Stierstadt resümiert, neu eingeführte Konzepte wie das Hygienekonzept und Verbesserungsmaßnahmen der Ausbildungsmöglichkeiten erläutert. Dennoch seien aufgrund der Überprüfung des technischen Prüfdienstes des Landes Hessen noch einige Arbeitsschutzmaßnahmen offen.

Der Versammlung wurden zudem einige technische Neuerungen von Gerätschaften bis zu Fahrzeugen vorgestellt. Auch die umfangreichen Ausbildungen und die Großübung “Taurus”, bei dem im vergangenen Jahr alle Oberurseler Feuerwehrhäuser über 24 Stunden den Ausfall der Stromversorgung im Stadtgebiet übten wurde erläutert.

Reuter bedankte sich insbesondere bei den politischen Vertretern der Stadt Oberursel, die der Feuerwehr beiden unterschiedlichsten Veranstaltungen ihren Dank und die Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit zeigten.

Der Erste stellvertretende Stadtbrandinspektor Andreas Ruhs gab in seinem Teil des Jahresberichts einen Überblick auf die im laufenden Jahr geplanten Maßnahmen. Kernthemen sind hier eine verstärke Ausbildung im Bereich der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung, die auch die Einführung neuer Schutzkleidung notwendig macht.

Das Feuerwehrhaus Stierstadt soll dieses Jahr mit einer Abgasabsauganlage ausgestattet werden und auch dort soll, wie in Weißkirchen, der Alarmweg der Einsatzkräfte optimiert werden. Darüber hinaus werden einige Fahrzeuge in Dienst gestellt, die nach ihrer 2-3 jährigen Produktionszeit im Laufe des Jahres abnahmebereit werden.

Das Netz der Zivilschutzsirenen soll im laufe des Jahres mit zwei weiteren Sirenen seine Endausbaustufe erreichen und diverse Einsatzkonzepte sollen fortentwickelt werden.

Am wichtigsten für die Feuerwehr Oberursel ist aber nach wie vor der Baubeginn des Gefahrenabwehrzentrums an der Lahnstraße, der sich aufgrund der noch fehlenden Genehmigung des Haushalts der Stadt Oberursel nach hinten verschob. Nur mit diesem Neubau können die bestehenden Platzprobleme, betrieblichen Mängel und die notwendige Erweiterung der Feuerwehr Oberursel, zum Schutz der Bevölkerung abgebildet werden.

Zweiter stellvertretender Stadtbrandinspektor gewählt

Nach dem Jahresbericht, musste die Versammlung zur Wahl schreiten und erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Oberursel einen ehrenamtlichen Zweiten stellvertretenden Stadtbrandinspektor bestimmten. Dies war aufgrund der überarbeiteten Feuerwehrsatzung die Anfang 2024 durch das Stadtparlament beschlossen wurde notwendig geworden und dient der besseren Verteilung der umfangreichen Aufgaben der Feuerwehrführung.

Moritz Thieme-Knaus stand als Kandidat für dieses Amt zur Verfügung und wurde mit breiter Mehrheit gewählt. Er bedankte sich für das Vertrauen seiner Kameradinnen und Kameraden und beteuerte das Amt vertrauensvoll wahrzunehmen.

Der neu gewählte Zweite stellvertretende Stadtbrandinspektor Moritz Thieme-Knaus bekam symbolisch ein Funkgerät von Stadtbrandinspektor Reuter überreicht.

Ehrungen und Beförderungen

Befördert wurden Martin Dittmar und Moritz Thieme-Knaus vom Oberbrandmeister zum Hauptbrandmeister.

Zudem gab es Ehrungen für verdiente Betreuer der Jugendfeuerwehr, langjährige Feuerwehrmusik und aktiver Mitgliedschaft im Einsatzdienst.

Jugend- und Minifeuerwehrehrungen

Norbert Fischer führte folgende Ehrungen durch:

  • Carolin Hafer (Kinderfeuerwehr-Medaille des Landes Hessen in Silber)
  • Anika Schneider (Florian-Medaille in Bronze)
  • Keshav Bahety (Florian-Medaille in Bronze)

Nassauische Feuerwehrverbandsehrungen

Norbert Fischer führte gemeinsam mit Carsten Lauer und der Stadtbrandinspektion folgende Ehrungen des Nassauischen Feuerwehrverbands durch:

Ehrenmedaille des
NFV in Silber für 20 Jahre
Ehrenmedaille des
NFV in Gold für 30 Jahre
Ehrenkreuz des NFV in Silber
Nils HaselauFlorian BrandtJan Haselau
Nadine LangeFalk KrammichNikolaus Hieronymi
Daniel SynekDirk TilkeMoritz Thieme-Knaus
Manfred Heiss
Manuel Heintze
Marcel Luxenburger
Florian Steinhagen
Karl-Heinz Weber
Thomas Keßler
Patrick Blasner
Florian Steinhagen
Thomas Puscher

Ehrungen des Landes Hessen

Norbert Fischer führte gemeinsam mit Carsten Lauer und der Stadtbrandinspektion folgende Ehrungen des Landes Hessen durch:

Silbernes Brandschutzehrenzeichen für 25 JahreGoldenes Brandschutzehrenzeichen für
40 Jahre
Goldene Ehrennadeladel des Landes Hessen
Patrick MaternUli BothAndreas Münch
Patrick WerthChristian MereienKarsten Wolf
Hendrik EifertFrank HummelPeter Ochse
Ricko GirschikofskySteffen MüllerPeter Breuer
Michael Keil
Marco Mannino
Stefan Seeger
Jens Preusche

Anerkennungsprämie des Landes Hessen

Bürgermeisterin Antje Runge führte die Ehrung mit den Anerkennungsprämien des Landes Hessen für aktiven Feuerwehrdienst durch.

10 Jahre20 Jahre30 Jahre40 Jahre
Jan BreitsprecherMartin WerrelPatrick VolzNikolaus Hieronymi
Mirko MettlerFrank HummelWulf BenskeOliver Kinkel
Jonas PippingerDaniel SynekDirk Tilke
Maurice SchölzelSascha AumüllerDirk Brandstädter
Thomas KapellMarkus Braun

Besondere Ehrungen

Bronzenes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für Verdienste um den Brandschutz

  • Andreas Henzler

Silbernes Brandschutzverdienstzeichen am Bande für besondere Verdienste um den Brandschutz

  • Michael Pecher

Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber für hervorragende Leistungen im Feuerwehrwesen

  • Uli Both
  • Andreas Ruhs

Der Stadtverordnetenvorsteher Lothar Köhler sprach ein Grußwort und bedankte sich bei allen Kameradinnen und Kameraden für ihren ehrenamtlichen Dienst bei der Feuerwehr Oberursel. Die Bürger wissen, dass sich auf die Feuerwehren der Stadt Oberursel verlassen können. Mit dem Gefahrenabwehrzentrum soll dies auch gegenüber den Feuerwehrkräften deutlich gemacht werden.

Auch Bürgermeisterin Antje Runge , sprach den Anwesenden und allen Mitgliedern der Feuerwehr ihren Dank aus. Runge sah sich von den Einsätzen beindruckt und unterstrich, dass die Stadt hinter den Projekten der Feuerwehr, allen voran dem Gefahrenabwehrzentrum an der Lahnstraße steht. Mit Genehmigung des Haushaltes wird die Ausschreibung für dieses so wichtige Projekt auf den Weg gebracht.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes und Vorsitzender des Norbert Fischer sprach den Anwesenden sein Beeindrucken über die Projekte, Maßnahmen und die Organisation der Feuerwehr aus. Er bedankte sich bei der Feuerwehr Oberursel für die gute Zusammenarbeit auch über die Stadtgrenzen hinaus und betonte die Notwendigkeit des Ausbildungszentrums im Gefahrenabwehrzentrum. Die dort geplante gasbefeuerte Heißausbildungsanlage soll allen Feuerwehren des Hochtaunuskreises zu dienen und durch den Hochtaunuskreis gefördert werden.

Der aus dem Amt scheidende Feuerwehrdezernent Fink bedanke sich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtbrandinspektion und dem Wehrführerausschuss.
Er bezeichnete die Zeit seiner Funktion als Dezernent für den Brandschutz als ehrenvoll, und in Bezug auf das Feuerwehrwesen als sehr lehrreich. Er wünschte der Feuerwehr Oberursel, dass sie stets wohlbehalten von Ihren Einsätzen heimkehrt und beteuerte ebenfalls das so wichtige Projekt des Gefahrenabwehrzentrums.

Valentin Reuter bedankte sich bei allen Vorrednern und Feuerwehrdezernent Fink für die stets gute Zusammenarbeit. Reuter schloss die Versammlung um 22:30 Uhr und bedankte sich bei allen Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement und die ständige Einsatzbereitschaft, aber auch den Familien für ihr Verständnis. Allen wünscht er, dass sie jederzeit gesund und unversehrt von den Einsätzen zurückkehren.

Feuerwehrkonferenz am 13. April setzte wichtige Ziele für die Feuerwehr Oberursel

Die Feuerwehrkonferenz ist eine seit vielen Jahren bewährte Veranstaltung, die die Oberurseler Politikerinnen und Politiker aller im Stadtparlament vertretenen Fraktionen und die Führungskräfte aller Oberurseler Stadtteilwehren inklusive der Stadtbrandinspektion zusammenbringt. Auch Bürgermeisterin Antje Runge und die beiden hauptamtlichen Dezernenten Christof Fink und Jens Uhlig sind Teilnehmende der Veranstaltung.

Bürgermeisterin Antje Runge betonte den seit vielen Jahren sehr positiven Austausch im Rahmen der Veranstaltung und unterstrich in ihrer Begrüßung: „Die Feuerwehr und der Zivilschutz sind in herausfordernden Zeiten immens wichtig. Im letzten Jahr haben wir die höchste Anzahl an Einsätzen verzeichnet, die jemals erfasst wurden. Besondere Lagen waren vor allem die Unwetternacht im August und der fatale Waldbrand am Altkönig. Bei der Feuerwehr Oberursel wird der Einsatzdienst vor allem von ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen geleistet und diesen gilt mein besonderer Dank für ihren Dienst für die Allgemeinheit. Für diese Arbeit ist es dem Magistrat der Stadt Oberursel wichtig, sowohl das technische Gerät, wie auch die notwendigen Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Mit dem Neubau des Gefahrenabwehrzentrums sollen die bestehenden Mängel am Bestandsgebäude in der Marxstraße und den Stadtteilfeuerwehren abgestellt werden“, führte Runge weiter aus.

Die seit vielen Jahren etablierte Veranstaltung “Feuerwehrkonferenz” bringt Politik und Feuerwehr zusammen.

Auch Feuerwehrdezernent und Erster Stadtrat Christof Fink und Stadtbrandinspektor Valentin Reuter freuten sich über die zahlreichen Teilnehmenden. „Mit der Feuerwehrkonferenz haben wir eine tolle Plattform des Austausches geschaffen, bei der auch kritische Themen diskutiert werden“, bestätigte Fink.

Einen aktuellen Sachstand zum Großprojekt GAZ gab der Wehrführer der Wehr Oberursel Mitte, Uli Both. Er ging dabei insbesondere auf die sich im Projektfortschritt veränderten Maßnahmen zu Aspekten wie Lärmschutz, Nachhaltigkeit und Mobilität ein, die aktuell in den letzten Abstimmungen mit den Genehmigungsbehörden stehen. „Nun hoffen wir, dass mit Genehmigung des Haushalts mit der Ausschreibung der Leistungen begonnen werden kann“, so Both.

Uli Both, Wehrführer der Wehr Oberursel Mitte, erläuterte den Sachstand zu dem an der Lahnstraße geplanten GAZ.

Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Andreas Ruhs informierte die Anwesenden über die Verantwortung der Führungskräfte und der Oberurseler Politik für die zu behebenden Mängel in den Feuerwehrstandorten. Einige der durch Arbeits- und Brandschutz festgestellten Mängel konnten bereits organisatorisch behoben werden, ein Großteil wird allerdings erst mit Fertigstellung des GAZ konsequent abgestellt. „Dies ist auch der Grund, weshalb so schnell wie möglich mit der Ausschreibung und dem Bau des Gebäudes begonnen werden muss“, so Ruhs.

Stellvertretender Stadtbrandinspektor Andreas Ruhs informierte die Anwesenden über die Verantwortung der Führungskräfte und der Oberurseler Politik

Stadtbrandinspektor Valentin Reuter informierte die Anwesenden über die Ziele und Entwick-lungen der Feuerwehr Oberursel. Hierbei wurde der Fokus auf die konsequente Abarbeitung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes, welchen das Stadtparlament im Jahr 2019 beschlossen hat, gelegt. Im Bereich der Fahrzeugbeschaffung konnten in den vergangenen Jahren einige Fahrzeuge ersatzbeschafft werden. Auch auf besondere Gefahren, wie die Waldbrandsituation im Taunus, wurde mit veränderten Konzepten reagiert, dennoch sei man sich der finanziellen Verantwortung bewusst, weshalb die Laufzeiten der Großfahrzeuge verlängert wurden.

Die Problematiken in der Personalverfügbarkeit zur Tageszeit, der sogenannten Tagesalarmbereitschaft, zeigte Reuter auf und beschrieb, welche Lösungsansätze die Feuerwehr Oberursel hierzu verfolgt. Nebst der Möglichkeit von Homeoffice innerhalb des Feuerwehrhauses Mitte, steht hier vor allem auch die Qualifizierung des Bestandpersonals der Stabstelle Brand- und Zivilschutz zu kommunalen feuerwehrtechnischen Angestellten aus. „Mein Wunsch ist es, den Feuerwehrdienst in die Arbeitsverträge der Kolleginnen und Kollegen aufzunehmen, damit diese tagsüber für den Einsatzdienst zur Verfügung stehen können”, so Reuter.

Stadtbrandinspektor Valentin Reuter erläuterte die Einsatzzahlen und wann die Feuerwehr üblicherweise Alarmiert wird.


In einem Exkurs erläuterte Reuter den anwesenden Politikerinnen und Politikern die Hintergründe der Feuerwehrgebührenordnung und warum die Stadt rechtlich verpflichtet ist, Gebührenbescheide auch für Einsätze im Rahmen von Starkregenereignissen zu erstellen.

Der Sprecher der ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr Oberursel, Frank Baresch, gab einige wertvolle Einblicke in die Ehrenamtsförderung für aktive Angehörige der Feuerwehr Oberursel und stellte auch hier einige geplante Maßnahmen vor.

Der Sprecher der ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr Oberursel, Frank Baresch, gab Einblicke in die Ehrenamtsförderung

Bei einem gemeinsamen Mittagessen, welches auch die Möglichkeit bot, miteinander ins Gespräch zu kommen, klang die Veranstaltung aus.

Intensive Atemschutzausbildung in mobiler Brandanlage

Nachdem die Feuerwehr Oberursel in den vergangenen Wochen die Möglichkeit hatte, an einem für den Abriss vorgesehenen Gebäude, der Oberurseler Wohnungsgenossenschaft (OWG) in der Bommersheimer Straße realitätsnahe Übungen durchzuführen, fand am Wochenende eine Atemschutzausbildung der besonderen Art statt.

Wie bereits in den Vorjahren konnten insgesamt 40 Atemschutzgeräteträger in einer mobilen Realbrandanlage an ihre körperlichen Grenzen gebracht werden. Diese mobile Anlage besteht aus umgebauten Seecontainern, in denen Holzpaletten verbrannt werden, um hohe Temperaturen und Rauch zu erzeugen. Das Feuer wird dabei nicht gelöscht, um mehreren Trupps die Übungsteilnahme zu ermöglichen.

Die Übungsteilnehmer bereiten sich auf ihren Durchgang in der Anlage vor.

“Am vergangenen Wochenende konnten wir insgesamt 36 Mitglieder aller Stadtteilwehren Oberursels sowie vier Kameraden aus Kronberg durch die Anlage schicken”, erklärt Stadtbrandinspektor Valentin Reuter.

Das modulare Übungskonzept umfasste eine Gruppenübung zur Erläuterung der Brandphänomene sowie das Absuchen von Räumen und die korrekte Informationsweitergabe an die Außenwelt im Zweiertrupp. Diese Übungen wurden sowohl am Samstag als auch am Sonntag durchgeführt.

Im Container wurden Holzpaletten verbrannt um Temperatur und Flammen zu erzeugen.

Stellvertretender Stadtbrandinspektor Andreas Ruhs betonte die Unterschiede zwischen der mobilen Anlage und der geplanten Heißausbildungsanlage im Gefahrenabwehrzentrum: “Der Fokus dieser Containeranlage liegt auf der Wärmegewöhnung und den Grenzen der Schutzausrüstung in Extremsituationen wie der Innenbrandbekämpfung. Es ist besonders wichtig, den jungen Einsatzkräften aufzuzeigen, wann die Grenzen der Schutzausrüstung erreicht sind und wie es sich anfühlt, wenn das eingebrachte Löschwasser verdampft.”

Die Übungen wurden Nachbesprochen um die Erfahrungen zwischen den Teilnehmern auszutauschen.

Die Anlage eines externen Betreibers steht der Feuerwehr Oberursel an einem Wochenende im Jahr zur Verfügung und erlaubt einer begrenzten Teilnehmerzahl die Übung mit realen Flammen, die ein Teil der dreistufigen Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger darstellt. Neben der Grundausbildung gehört auch die Heißausbildung in einer gasbefeuerten Anlage zum Ausbildungskonzept, bei der dann Notfallprozeduren und das Ablöschen von Brandstellen geübt wird, da die Gasflamme immer wieder entzündet werden kann und die Übungsenarien mehrfach abrufbar sind.

Neben der Wärmegewöhnung war auch das Truppweise vorgehen Teil der Übung.

Bei der diesjährigen Übung konnten zwischenzeitlich nicht alle Plätze belegt werden, weshalb diese der Nachbarwehr Kronberg zur Verfügung gestellt wurden – eine Geste, die im vergangenen Jahr bei der Realbrandausbildung in Kronberg mit Teilnehmern aus Oberursel ebenfalls erfolgte. “Es ist zwar erfreulich zu sehen, dass hier wieder Hand in Hand zwischen den Feuerwehren des Kreises gearbeitet wird, dennoch unterstreicht es die Notwendigkeit, Übungen wie diese häufiger anzubieten, um allen Atemschutzgeräteträgern die Teilnahmemöglichkeit zu bieten”, beschrieb Reuter.

Auch Brandphänomene wie ein Rollover, also eine Rauchgasdurchzündung über den Köpfen der Übungsteilnehmer konnte in den Containern dargestellt werden.

Im geplanten Gefahrenabwehrzentrum, einem Neubauprojekt der Feuerwehr Oberursel, ist eine Heißausbildungsanlage vorgesehen, die diese Kapazitäten allen Atemschutzgeräteträgern des Hochtaunuskreises bereitstellen kann. Die Realisierung hängt jedoch von der finanziellen Förderung durch Kreis und Kommunen für Errichtung und Betrieb ab.

Die Atemschutzwerkstatt war nach den übungsreichen Tagen komplett ausgelastet.

“Nun geht es darum die für die Übungen genutzten Gerätschaften wieder einsatzbereit zu machen, was unsere Atemschutzwerkstatt in ihre Kapazitätsgrenzen bringt. Neben den restlichen Werkstätten wird auch diese besonders wichtige Arbeitsplatz im Gefahrenabwehrzentrum dann mit ausreichend Platz und durchdachter Organisation die Arbeitsabläufe verbessern.” schließt Reuter ab.

Die Feuerwehr Oberursel dankt allen Nachbarn, die durch die zeitweisen Geruchsbelästigungen gestört wurden, für ihr Verständnis.

Die Übung wurde auf dem Parkplatz der Feuerwehr Mitte abgehalten, da hier alle Zentralwerkstätten verortet sind und das Material direkt gereinigt bzw. wieder aufgefüllt werden kann.

Feuerwehrübungen in der Bommersheimer Straße

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Oberursel wird in den kommenden Wochen vermehrt Übungen in der Bommersheimer Straße durchführen.

Wie Stadtbrandinspektor Valentin Reuter berichtet, stellt die Oberurseler Wohnungsbaugesellschaft OWG ein leerstehendes Wohngebäude in der Bommersheimer Straße für Übungen zur Verfügung.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir in diesem Häuserblock üben können, es ist sehr selten das wir solche Übungsobjekte zur Verfügung haben“. Weiterhin bittet Reuter für die Übungen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Zeitraum von 19:30 bis 22:00 Uhr um Verständnis.

Der stellvertretenden Stadtbrandinspektor Andreas Ruhs ergänzt, dass solche Übungsmöglichkeiten extrem wichtig für die Feuerwehren sind. Aktuell stehen solche Übungsobjekte, in denen mit Wasser am Rohr geübt werden kann nur sehr selten zur Verfügung. „Erst mit Fertigstellung des GAZ verfügen wir angemessene Übungsmöglichkeiten um insbesondere junge Einsatzkräfte ausreichend auf schwierige Einsatzsituationen vorbereiten zu können.”

Mit Beginn der Abrissarbeiten wird der Übungsbetrieb im Gebäude eingestellt, der genaue Zeitpunkt steht in Abhängigkeit der tätigen Firmen noch nicht fest, wird aber noch vor Ostern der Fall sein.

Feuerwehr Oberursel gut gerüstet für die Waldbrandsaison

Zwei Spezialfahrzeuge ergänzen den Fahrzeugpark

Den Feuerwehren sind die Waldbrandereignisse am Altkönig im Juni des vergangenen Jahres noch sehr präsent – fast 1000 Einsatzkräfte aus dem Hochtaunuskreis und Nachbarlandkreisen waren drei Tage im Einsatz. „Auch viele Feuerwehrleute aus Oberursel waren in unter­schiedlichsten Funktionen an diesem Einsatz beteiligt“, so Erster Stadtrat und Feuerwehr­dezernent Christof Fink. Doch auch in den Vorjahren hatte die Feuerwehr Oberursel bereits mit Waldbrandlagen zu kämpfen. „Beim Feuer am Kolbenberg im Jahr 2022, welcher durch den ehemaligen US-Sendemast gut auf dem Taunuskamm zu erkennen ist und zur Gemarkung Oberursels gehört, waren wir auch schon mehrere Stunden im Einsatz“, erläutert Stadtbrand­inspektor Valentin Reuter. Damals war die Einsatzstelle deutlich besser zu erreichen, was die Brandbekämpfung erleichterte.

Beim Einsatz am Altkönig war einer der entscheidenden Faktoren, neben der Löschwasser­versorgung, die Erreichbarkeit der Einsatzstelle. „Aufgrund der Lage war es kaum möglich, Fahrzeuge bis an die Einsatzstelle heranzubringen“, so der Wehrführer der Feuerwehr Mitte, Uli Both, der beim Altkönigfeuer auch in der Einsatzleitung aktiv war.

„Diesen beiden Herausforderungen begegnen wir nun mit speziellem Gerät für die sogenannte Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung, einem Tanklöschfahrzeug-Wald (kurz TLF-W) und dem Abrollbehälter Löschwasser“, erläutert der Wehrführer der Wehr Bommersheim, Alexander Wehrheim, welcher hauptamtlich auch bei der Stadt Oberursel im Sachgebiet Technik der Stabstelle Brand- und Zivilschutz arbeitet und unter anderem für die Fahrzeugbeschaffung zuständig ist.

Das Tanklöschfahrzeug Waldbrand (kurz TLF-W) ist hochgeländegängig und Verfügt über zwei Dachluken aus denen mit den auf dem Dach installierten Strahlrohren gearbeitet werden kann.

„Das Stadtparlament ist einem Vorschlag der Stadtbrandinspektion gefolgt und hat 2022 einer Finanzmittelumverteilung zugestimmt. Damit wurde die Möglichkeit für die Beschaffung des TLF-W (570.000 Euro) und des Abrollbehälters Löschwasser (95.000 Euro) geschaffen“, ergänzt Christof Fink.

„Das TLF-W wird künftig in Bommersheim stationiert, was auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz logisch erscheint, handelt es sich doch um den Stadtteil ohne größere Waldgebiete, doch Schwerpunkt des neuen Einsatzfahrzeugs mit einer speziellen Selbstschutzanlage, die den Unterboden des Fahrzeuges im Bedarfsfall mit Wasser benetzt, ist auch die Vegetations­brandbekämpfung von Flächen und Ackerbränden“, erläutert Stadtbrandinspektor Valentin Reuter den Hintergrund. „Und landwirtschaftliche Flächen haben wir in Bommersheim zu Hauf“, ergänzt Wehrführer Wehrheim.

Um bei Einsätzen wie diesen auch immer genügend Wasser bereitzustellen, wird die Beschaffung durch den Abrollbehälter Löschwasser ergänzt, welcher als zusätzliches Wechselmodul auf die vorhandenen Abrollkipper, auch Wechsellader genannt, aufgezogen werden kann und ein Volumen von 10.000 Liter bietet. Der Abrollbehälter wurde bereits Ende letzten Jahres ausgeliefert.

Der Abrollbehälter bietet Kapazität für 10.000 Liter Wasser und hat diverse Gerätschaften zur Waldbrandbekämpfung verladen.

Beide Fahrzeuge sind auch mit einer speziellen Beladung für die Wald- und Vegetations­brandbekämpfung wie Harken, Spezialäxten oder Löschrucksäcken ausgerüstet. Der Abroll­behälter Löschwasser hat außerdem einen Faltbehälter verladen, in den der Inhalt des Tanks entleert werden kann, um direkt wieder loszufahren und neues Wasser holen zu können.

Eine Besonderheit des TLF-W, welches in der vergangenen Woche in Oberursel eingetroffen war, ist seine hohe Wasserdurchfahrtshöhe, womit es auch im Katastrophenschutzeinsatz in Hochwassergebieten eingesetzt werden für die Personenrettung – dazu sind auf dem Dach des Fahrzeuges Notsitze verbaut. „Das macht dieses Fahrzeug, übrigens das Dritte seiner Art in Deutschland, zu einem besonders flexibel einsetzbaren Spezialgerät“, erläutert Wehrheim.

Die Feuerwehr Mitte hat die Ausbildung am Abrollbehälter bereits abgeschlossen, das Fahrzeug ist in Dienst gestellt. In Bommersheim sind die Einweisungen auf das TLF-W auch schon angelaufen, bis zur offiziellen Indienststellung wird es allerdings noch einen Augenblick dauern. „Generell arbeiten wir Augenblicklich an Ausbildungskonzepten für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung, wozu sowohl in Oberursel, als auch auf Ebene des Hochtaunuskreises, Arbeitsgruppen gegründet wurden“, so Valentin Reuter.

Freuen sich über die neuen Fahrzeuge Wehrführer der Wehr Mitte Uli Both, Feuerwehrdezernent Christof Fink, Stadtbrandinspektor Valentin Reuter und Wehrführer der Wehr Bommersheim Alexander Wehrheim (v.l.n.r.)

„Wir sind froh, den Fahrzeugpark der Feuerwehr Oberursel mit diesen beiden Spezialfahrzeugen zu ergänzen. Unsere Feuerwehr ist damit rechtzeitig zum Beginn der Waldbrandsaison gut vorbereitet“, schließt Feuerwehrdezernent Fink ab.

Christof Fink
Erster Stadtrat
Feuerwehrdezernent

Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Oberursel-Oberstedten

Am vergangenen Freitagabend den 23.02.2024 war es wieder soweit: Die Freiwillige Feuerwehr Oberursel-Oberstedten lud zu ihrer alljährlichen Jahreshauptversammlung ein.

Ein Ereignis, das nicht nur den Rückblick auf das vergangene Jahr ermöglichte, sondern auch wichtige Neuwahlen, Beförderungen und Ehrungen beinhaltete. Pünktlich um 19:30 Uhr eröffnete der erste Vereinsvorsitzende Uwe Herzberger die Versammlung, die von einer musikalischen Darbietung der Dornbachtaler Musikanten unter der Leitung des Dirigenten Andreas Schaller feierlich eingeleitet wurde.

Zahlreiche Gäste, darunter der Erste Stadtrat und Feuerwehrdezernent Christof Fink sowie Vertreter politischer Gremien, fanden sich ebenfalls ein, um gemeinsam mit den Mitgliedern der Feuerwehr diesen besonderen Abend zu begehen. Ein Höhepunkt des Abends war die Ehrung verdienter Mitglieder. Unter großem Applaus wurden Julia Neitzel, Christian Förder, Heiko Weber und Uwe Hölscher für ihre langjährige aktive Dienstzeit in der Feuerwehr ausgezeichnet.

Julia Neitzel erhielt Anerkennung für fünf Jahre, Christian Förder für 15 Jahre, Heiko Weber für 35 Jahre und Uwe Hölscher sogar für beeindruckende 45 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Jeder Einzelne von ihnen wurde für seinen unermüdlichen Einsatz und seine Hingabe zum Wohl der Gemeinschaft geehrt.

Auch Susanne Wahrlich, Mitglied der Dornbachtaler Musikanten, wurde für ihre zehnjährige Mitgliedschaft in der Musikabteilung mit dem Traditionsabzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Eine in den Oberurseler Feuerwehren neu eingeführte Ehrung, die ihre langjährige Treue und ihr Engagement für das Feuerwehrorchester würdigte.

Emily Förder und Keshav Bahety wurden für 10 Jahre Vereinsmitgliedschaft, Harald Hiebler für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft und Christian Zährl für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft geehrt. Besonders bewegend war jedoch die Ehrung von Gerhard Schickling für seine beeindruckenden 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft. Mit einer herzlichen Laudatio von Ludwig Becker wurde Schickling für seine langjährige Verbundenheit und seinen unermüdlichen Einsatz für die Feuerwehr geehrt.Sein Engagement und seine Treue zur Feuerwehr Oberursel-Oberstedten wurden mit großer Dankbarkeit und Anerkennung seitens aller Anwesenden gewürdigt.

Vereinsvorsitzender Uwe Herzberger bedankt sich bei Jürgen Schickling für seine langjährige Mitgliedschaft im Feuerwehrverein und seine vorangegangene aktive Tätigkeit in der Wehr Oberstedten.

Neben den Ehrungen standen auch Beförderungen im Mittelpunkt der Versammlung. Eric Schneider, der Wehrführer, ernannte Steffi Böhm, Astrid Steinhagen, Jenny Matthäi und Anna-Maja Grabellus zu Feuerwehrfrau-Anwärterinnen. Weiterhin konnte er Viola Aierstock, Sonja Neitzel, Marian Paske und Jörg Brenneiser zum Dienstgrad Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau befördern. Emily Förder wurde zur Oberfeuerwehrfrau, Alexander Grabellus zum Hauptfeuerwehrmann und Maurice Schölzel zum Hauptlöschmeister befördert.

Die beförderten und geehrten Mitglieder der Wehr mit der (alten) Wehrführung und Stadtbrandinspektor Valentin Reuter

Der Bericht des Wehrführers Eric Schneider zeigte die herausfordernden Einsatzstatistiken des vergangenen Jahres auf. Trotz eines Anstiegs der Einsätze hatte sich die Zahl der Einsatz- und Personalstunden nahezu verdoppelt, hauptsächlich aufgrund von Großeinsätzen wie dem Waldbrand am Altkönig. Schneider betonte auch das erfreuliche Wachstum in den Abteilungen der Minifeuerwehr, der Jugendfeuerwehr, Musikabteilung und in der Einsatzabteilung, sowie die damit einhergehende Herausforderung im Zusammenhang mit der begrenzten Platzkapazität des Feuerwehrgerätehauses. Bis zu einer Entschärfung der Platzproblematik, mit dem perspektivischen Umzug der sich im Keller des Feuerwehrgerätehauses befindlichen Atemschutzübungsstrecke in das geplante Gefahrenabwehrzentrum, wird als temporäre Lösung ein Baustellencontainer, als Umkleide für die Jungend- und Minifeuerwehrdamen in kürze realisiert und eine weitere Fertiggarage auf dem Hof der Feuerwehr aufgestellt werden.

Auch die Leitung der Jugend- und Minifeuerwehr um (v.l.n.r.) Markus Tober, Karsten Wege, Astrid Steinhagen und Tina-Maria Schickling wurden in Ihren Ämtern bestätigt bzw. teilweise neu gewählt. Ganz links Eric Schneider als Wehrführer und ganz rechts der neue stellv. Wehrführer Alexander Grabellus.

Die Versammlung entlastete den Vereinsvorstand nach dem Bericht der Vereinskassiererin Manuela Hofmann und wählte anschließend neue Mitglieder für den Vorstand und den Feuerwehrausschuss. Eric Schneider wurde für eine weitere Amtszeit als Wehrführer bestätigt, während Alexander Grabellus, als sein Stellvertreter gewählt wurde. Beide übernehmen das Amt für die nächsten fünf Jahre an. Grabellus tritt die Nachfolge von Moritz Thieme-Knaus an, welcher nicht mehr zur Wahl stand.

Die neue Wehrführung der Feuerwehr Oberursel-Oberstedten bestehend aus Wehrführer Eric Schneider (links) und seinem Stellvertreter Alexander Grabellus

Uwe Herberger und Uwe Hölscher wurden erneut als erster Vereinsvorsitzender bzw. sein Vertreter gewählt und bestätigten damit ihre erfolgreiche Amtszeit.

Die Jahreshauptversammlung endete mit einem Ausblick auf kommende Herausforderungen, darunter die Verbesserung der Infrastruktur und die Vorfreude auf den geplanten Bau des Oberurseler Gefahrenabwehrzentrums, welcher nun zeitnahe realisiert werden muss.

Die Veranstaltung zeigte einmal mehr die starke Gemeinschaft und das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr Oberursel-Oberstedten für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger. Sie unterstrich auch die Bedeutung der langjährigen Mitglieder und ihren unschätzbaren Beitrag zur Feuerwehrgemeinschaft.

Erfolgreicher Brandsicherheitsdienst beim Taunus-Karnevalszug durch Feuerwehr Oberursel

Auch dieses Jahr wurde beim gestrigen Taunus-Karnevalszug in Oberursel wieder ein Brandsicherheitsdienst durch die Feuerwehr Oberursel gewährleistet. Wie in den vergangenen Jahren wurden feste Wachbesatzungen auf der “BSD-Wache Nord” im Feuerwehrhaus Mitte und der “BSD-Wache Süd” im Feuerwehrhaus Stierstadt bereitgestellt, um die Großveranstaltung zu begleiten. Eingesetzt war Personal der Wehren Mitte, Bommersheim und Stierstadt.

Auf den Wachen “Nord” und “Süd” standen feste Besatzungen der Fahrzeuge bereit um ohne Verzögerung ausrücken zu können.

Besonders hervorzuheben ist die Einrichtung der gemeinsamen Einsatzzentrale auf der Wache Mitte, die seit 10 Uhr morgens durch Feuerwehrkräfte und Personal des Deutschen Roten Kreuzes voll besetzt war. Diese gemeinsame Einsatzzentrale, die sich bereits seit vielen Jahren im Rahmen der Großveranstaltungen bewährt hat, ermöglicht eine effiziente Koordination zwischen dem betrieblichen Sanitätsdienst und der Feuerwehr. Auch die Entsendung eines Verbindungsbeamten der Feuerwehr in die polizeiliche Einsatzleitung trug wesentlich dazu bei, die Kommunikationsstrukturen kurz zu halten und eine ständige Informationsweitergabe über die Entwicklung der Veranstaltung sicherzustellen.

Die Besatzung der BSD-Wache Süd im Feuerwehrhaus Stierstadt ließ es sich nicht nehmen den BSD im Kontext des Karneval stattfinden zu lassen.

Insgesamt wurden aus der Einsatzzentrale ein Feuerwehreinsatz, als auch diverse Einsätze des Sanitätsdienstes koordiniert. Die Unfallhilfsstelle des DRK auf dem Epinayplatz mit 6 Behandlungsplätzen war zeitweise voll ausgelastet, wobei vor allem alkoholbedingte Einsätze zu verzeichnen waren. Dennoch konnte die Lage dank des gut organisierten Einsatzes unter Kontrolle gehalten werden, und insgesamt wurden 8 Transporte in umliegende Krankenhäuser verzeichnet. Auch auf dem Epinayplatz war das THW eingesetzt, welches Absperrgitter stellte und für die Ausleuchtung des Platzes nach Einbruch der Dunkelheit sorgte.

Die Bereitschaftszeit wurde in Stierstadt auch genutzt die Beklebung des Abrollbehälter Hochwasser zu entfernen, da das Fahrzeug im laufenden Jahr in Eigenleistung der Wehr umgerüstet wird.

Die Feuerwehr Oberursel möchte die gute Zusammenarbeit mit allen Hilfsorganisationen, Behörden und dem Veranstalter besonders hervorheben, die zum erfolgreichen Verlauf beigetragen haben. Die Gesamteinsatzleitung der Feuerwehr lag beim stv. Stadtbrandinspektor Andreas Ruhs. Bis 20:30 Uhr wurde der Brandsicherheitsdienst beendet und die Wachbesatzungen aufgelöst.

Schneechaos hält Feuerwehr Oberursel im Dauereinsatz

Seit dem gestrigen Montag befinden sich die Feuerwehren Oberursel im Dauereinsatz, um den Herausforderungen des Schneechaos in der Region Herr zu werden. Bereits am gestrigen Mittag setzte intensiver Schneefall ein, der im Laufe des Tages zu zahlreichen Einsätzen führte.

Gegen 15:00 Uhr wurde die Feuerwehr Oberursel-Mitte zum ersten umgestürzten Baum alarmiert. Dieses Einsatzstichwort wiederholte sich im Verlauf des Tages mehrfach im gesamten Stadtgebiet. Bis Mitternacht mussten alle Feuerwehren der Stadt ausrücken und unterschiedlichste Einsätze im Zusammaenhang des Schneefalls in ihren Ausrückebezirken bewältigen.

Auf der Frankfurter Landstraße kam die Drehleiter zum Einsatz um Äste eines Baumes zu entfernen, die herab zu stürzen drohten.

Der schwere nasse Schnee führte dazu, dass immer wieder Bäume unter der Last auf Fahrzeuge, Häuser oder den öffentlichen Verkehrsraum stürzten, was den Einsatz der Feuerwehr erforderte. Besonders betroffen war der nördliche Bereich der Stadt, wo Schneehöhen von 15-20 cm gemessen wurden. Die Bundesstraße B455 und die L3004 in Richtung Feldberg waren aufgrund umgestürzter Bäume mehrfach blockiert. Teilweise wurden Fahrzeuge zwischen den umgestürzten Bäumen eingeschlossen, was zur Sperrung der Straßen ab dem Hohemarkkreisel durch die Polizei führte.

Immer wieder stürzten Bäume auf Fahrzeuge und mussten von der Feuerwehr entfernt werden.

Leider ignorierten einige Autofahrer die Straßensperren und umfuhren diese, was zu weiteren Einsätzen der Feuerwehr führte. Stadtbrandinspektor Valentin Reuter betonte, dass dieses Verhalten nicht nur die Autofahrer, sondern auch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte gefährde. Insbesondere auf der Kanonenstraße beobachteten die Kräfte, wie Bäume massiv durchbogen und teilweise umstürzten. Einsatzmaßnahmen mussten teilweise zum Eigenschutz unterbrochen werden.

Die Absperrung an der Hohemark wurde leider durch einige PKW ignoriert, was zu Folgeeinsätzen der Feuerwehr führte.

Die Königsteiner Straße (K772) wurde zeitweise durch die Polizei gesperrt, da die Durchfahrt zu gefährlich war. Auf der B455 kam der Verkehr durch festgefahrene LKW und PKW komplett zum Erliegen. Die Feuerwehr half, festgefahrene PKW zu befreien, um das Verkehrschaos zu lindern. Immer wieder rutschten Fahrzeuge in den Graben und verhinderten die Weiterfahrt des nachfolgenden Verkehrs.

Am Sandplacken lagen auch größere Bäume quer auf der Fahrbahn.

Bis etwa 01:00 Uhr konnten die Einsätze abgearbeitet werden, sodass die ehrenamtlichen Kräfte die Wachen verlassen konnten. Jedoch war die Nacht für die Feuerwehr Mitte kurz, denn gegen 05:30 Uhr mussten sie erneut ausrücken und ist seitdem wieder durchgehend im Einsatz.

Überall kam es zu ähnlichen Bildern – umgestürzte Bäume auf Gehwegen.

Aktuell sind die Kräfte wieder mit dem Schwerpunkt Hohemark im Einsatz. Die U-Bahn-Linie U3 musste ab Rosengärtchen eingestellt werden, da Äste und Bäume den Schienenweg blockierten. Es kam erneut zu umgestürzten Bäumen und herabfallenden Ästen.

Die Wehr Oberstedten musste den Weg auf der Obeliskenschneise freischneiden.

Bis jetzt (08:00 Uhr) wurden 52 Einsätze im gesamten Stadtgebiet abgearbeitet. An einigen Einsatzstellen, insbesondere dort, wo keine unmittelbare Gefahr bestand, musste auf Fachfirmen verwiesen werden, erklärt der Stadtbrandinspektor Reuter. Er betont jedoch, dass die Zahl im Laufe des Tages voraussichtlich weiter steigen wird, denn der auffrischende Wind sorgt für eine zusätzliche Belastung der Bäume.

Die Feuerwehr warnt eindringlich vor der aktuellen Gefahr von herabstürzenden Bäumen oder Ästen. Es wird dringend empfohlen, den Wald zu meiden und bei Verlassen des Hauses auf Bäume und Äste zu achten. Die Bevölkerung wird gebeten, wenn möglich zu Hause zu bleiben, um sich selbst und andere nicht zu gefährden.