Hohes Einsatzaufkommen fordert freiwillige Einsatzkräfte der Feuerwehr Oberursel-Mitte

Besonders einsatzreiche Tage liegen hinter den freiwilligen Einsatzkräften der Feuerwehr Oberursel-Mitte. In rund 72 Stunden wurden insgesamt neun Einsätze abgearbeitet. Zusätzlich stellten die Einsatzkräfte beim Oberurseler Herbsttreiben an zwei Tagen – mittels einer festen besetzten Wache – einen Brandsicherheitsdienst, um im Ereignisfall schnellstmöglich auf dem Festgebiet eingreifen zu können. 

Das Einsatzgeschehen war dabei vielfältig und reichte von ausgelösten Brandmeldemeldeanlagen und Rauchwarnmeldern bis hin zu einem schweren Verkehrsunfall.

Die Einsatzkräfte rückten mehrfach zu ausgelösten Brandmeldeanlagen aus. Neben Fehlalarmen führte unter anderem angebranntes Essen in einem Altenheim zur Alarmierung der Feuerwehr. Auch in zwei privaten Wohnungen lösten Rauchwarnmelder aufgrund von angebranntem Kochgut aus.

Darüber hinaus wurden die Einsatzkräfte zu eingeschlossenen Personen in einem Aufzug sowie zu einer Feuermeldung in einem Gebäude alarmiert und auch eine Türöffnung für den Rettungsdienst nach einem medizinischen Notfall musste abgearbeitet werden. 

Zuletzt mussten die Kräfte am Sonntagmorgen zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Kanonenstraße ausrücken. Glücklicherweise konnten die verunfallten Personen bereits durch Ersthelfer aus den Unfallwracks befreit und erstversorgt werden. Die Tätigkeiten der Feuerwehr lagen bei der Unterstützung des Rettungsdienstes, Absicherung der Unfallstelle, das Abstreuen von auslaufenden Betriebsstoffen sowie die Sicherstellung des Brandschutzes. 

Auslaufende Betriebsstoffe wurden durch die Feuerwehr abgestreut, sowie der Brandschutz sichergestellt. Foto: Freiwillige Feuerwehr Oberursel-Mitte

Feuerwehr Stierstadt trainiert Großtierrettung

Bereits 2024 absolvierten einige Mitglieder der Einsatzabteilung der Wehr Stierstadt ein Training zur Großtierrettung bei ComCavallo. Im Anschluss wurde durch den Förderverein der Feuerwehr Stierstadt eine Grundausstattung an Material und Gerätschaften angeschafft. Damit verfügt die Wehr über die Möglichkeit, Großtiere aus unterschiedlichen Notlagen, beispielsweise aus einer Grube oder einem Pferdeanhänger, zu retten.

Um die Einsatzkräfte auf solche besonderen Einsatzsituationen vorzubereiten, bestand der letzte Übungsblock aus zwei Übungsabenden.

Zum Auftakt ging es auf den Sonnenhof in Stierstadt, wo direkt mit echten Pferden trainiert werden konnte. Dabei übten die Teilnehmer unter anderem, Pferde sicher aus ihrer Box zu holen und zu führen. Eine besondere Herausforderung war außerdem, ein frei laufendes Pferd sicher wieder einzufangen und aufzuhalftern. So konnten alle wichtige Erfahrungen im Umgang mit den Tieren sammeln und gleichzeitig das sichere und ruhige Vorgehen trainieren.

Den Übungsabend auf dem Sonnenhof wurde außerdem für eine ausführliche Ortsbegehung des gesamten Hofgeländes genutzt. Gemeinsam wurden die Stallungen, mögliche Gefahrenbereiche und die örtlichen Besonderheiten abgelaufen. Gerade bei Einsätzen sind gute Ortskenntnisse von großer Bedeutung. Zu wissen, welche örtlichen Gegebenheiten und besonderen Gefahren an einer Einsatzstelle zu erwarten sind, kann im Ernstfall entscheidend sein. Deshalb können solche Ortskenntnisse gar nicht oft genug aufgefrischt und aktualisiert werden.

Zwei Wochen später folgte der zweite Übungsabend mit einem lebensgroßen Pferdemodell aus dem Ausbildungsbereich der Pferdewirte der Hochtaunusschule Oberursel. Das Übungspferd ermöglichte uns ein intensives Training.

Zu Beginn stand die Theorie im Mittelpunkt. Da Einsätze zur Großtierrettung ein nicht unerhebliches Verletzungsrisiko für Einsatzkräfte, betroffene Personen und das Tier bergen, wurde vermittelt, welche besonderen Gefahren zu beachten sind, wie sich die Einsatzkräfte im Einsatzfall verhalten und welche Maßnahmen für eine sichere und erfolgreiche Rettung erforderlich sind.

Im anschließenden praktischen Teil konnten verschiedene Fädel- und Zugtechniken geübt werden, mit denen ein in Not geratenes Großtier aus einer misslichen Lage befreit werden kann.

Durch die Kombination aus dem Training mit echten Pferden und den anschließenden technischen Übungen am lebensgroßen Übungspferd konnten die Kenntnisse erweitert und wichtige Abläufe für einen möglichen Ernstfall gefestigt werden.

Ein besonderer Dank gilt der Hochtaunusschule Oberursel für den „tierischen“ Übungspartner. Ebenso bedanken wir uns bei der Reitanlage Sonnenhof in Stierstadt, bei Familie Uttendorfer und den Einstellern für die Möglichkeit, mit den Pferden zu trainieren.

Feuer droht auf Tankstelle überzugreifen – Einsatz der Feuerwehr Oberursel

Am Montagnachmittag wurde die Feuerwehr Oberursel um 15:47 Uhr zu einem Vegetationsbrand südwestlich der Aral-Tankstelle in Weißkirchen alarmiert. Es brannten ca. 3000 qm Buschwerk, die Rauchentwicklung war weithin sichtbar. Aufgrund des Südwestwinds drohte sich das Feuer auf die nahegelegene Tankstelle auszubreiten.

Durch den raschen Aufbau einer Riegelstellung an der Tankstelle konnte eine Ausbreitung dorthin verhindert werden. Anschließend wurde der Brand mit einem umfangreichen Löschangriff von allen Seiten bekämpft. Dabei wurde eine Gasflasche aufgefunden, die aber glücklicherweise keine Gefahr darstellte. Bereits nach 45 Minuten war das Feuer unter Kontrolle, gegen 17 Uhr konnte „Feuer aus“ gemeldet werden.

Das Video eines Anwohners zeigt die Flammen, die noch vor Eintreffen der Feuerwehr auf die Tankstelle zuliefen.

Verletzt wurde bei diesem Einsatz niemand. In unmittelbarer Nähe geparkte Fahrzeuge konnten rechtzeitig weggefahren werden.

Insgesamt waren 51 Kräfte aus den Feuerwehren Weißkirchen, Stierstadt, Bommersheim und Oberstedten eingesetzt. Bewährt hat sich dabei erneut das Waldbrandtanklöschfahrzeug aus Bommersheim, das sowohl mit den mitgeführten Wasserreserven als auch mit Kleinlöschgeräten für die Vegetationsbrandbekämpfung sehr flexibel eingesetzt werden konnte.

Die Kräfte setzten mehrere Strahlrohe ein um das Feuer zu bekämpfen.

Während der Löscharbeiten war eine Einheit der Polizei Frankfurt, sowie ein Rettungswagen zur Absicherung der Kräfte der Feuerwehr vor Ort. Zur Brandursache liegen derzeit keine Erkenntnisse vor.

Das betroffene Gelände wird nordwestlich durch die Tankstelle, nördlich durch die Urselbachstraße und westlich durch den Krebsmühlenweg begrenzt. Das Areal wurde früher als Kiesgrube genutzt und ist heute mit dichtem Buschwerk bewachsen. Bereits in früheren Jahrzehnten kam es dort regelmäßig zu Bränden, wie sich Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung der Feuerwehr Weißkirchen erinnern.

Zum Ende des Einsatzes wurde die Fläche mit einer Wärmebildkamera kontrolliert.

Fachkongress zum Thema Atemschutz zu Gast in der Stadthalle Oberursel

Wer am Samstag in der Oberurseler Innenstadt unterwegs war, dürfte sich über die zahlreichen Feuerwehrfahrzeuge aus ganz Deutschland gewundert haben. Der Grund dafür war erfreulich: In der Stadthalle Oberursel fand ein großer Fachkongress von Atemschutzunfaelle.eu statt.

Feuerwehrangehörige, Fachleute, Hersteller und Organisationen aus dem gesamten Bundesgebiet waren nach Oberursel gekommen, um sich einen Tag lang intensiv mit der Sicherheit von Einsatzkräften unter Atemschutz zu beschäftigen. Neben zahlreichen Fachvorträgen rund um Atemschutzunfälle, Einsatztaktik, Technik und Ausbildung gehörte auch eine umfangreiche Fachausstellung zum Programm.

Auch die Feuerwehren der Stadt Oberursel waren Teil der Veranstaltung. Gemeinsam mit dem Kreisfeuerwehrverband Hochtaunus präsentierten wir in der Stadthalle die Planungen für die zukünftige Heißausbildungsanlage im Gefahrenabwehrzentrum Oberursel. Anhand von Plänen, Bildern und Skizzen konnten sich die Besucherinnen und Besucher einen Eindruck davon verschaffen, welche Ausbildungsmöglichkeiten dort künftig entstehen werden.

Zusätzlich präsentierten wir unser neues, aufeinander aufbauendes Atemschutz-Ausbildungskonzept. Von der Grundausbildung über regelmäßige Fortbildungen bis hin zur realitätsnahen Heißausbildung soll damit künftig ein durchgängiges Ausbildungssystem für Atemschutzgeräteträger geschaffen werden.

Die Vorträge und Diskussionen des Kongresses machten dabei einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert eine realitätsnahe und kontinuierliche Ausbildung für die Sicherheit unserer Einsatzkräfte besitzt. Besonders Heißausbildungsanlagen ermöglichen es, Brandverläufe, hohe Temperaturen und schwierige Einsatzbedingungen kontrolliert und unter fachkundiger Anleitung zu erleben und richtiges Verhalten zu trainieren.

Umso wichtiger ist für uns, dass diese Möglichkeiten zukünftig direkt in Oberursel zur Verfügung stehen werden. Das Gefahrenabwehrzentrum und insbesondere die dort entstehende Heißausbildung werden durch den Hochtaunuskreis unterstützt und gefördert. Die Anlage soll dabei nicht nur den Oberurseler Feuerwehren zugutekommen, sondern eine hochwertige Aus- und Fortbildung für Feuerwehrangehörige aus dem gesamten Hochtaunuskreis ermöglichen.

Auch außerhalb der Stadthalle waren die Feuerwehren der Stadt Oberursel sichtbar: Auf dem Rathausplatz präsentierten wir unser speziell für Vegetations- und Waldbrände ausgerüstetes Tanklöschfahrzeug Waldbrand und waren damit ebenfalls Teil der begleitenden Ausstellung.

Für unsere Standteams bot der Tag die Gelegenheit zu zahlreichen spannenden Gesprächen mit Feuerwehrangehörigen und Fachleuten aus ganz Deutschland. Das große Interesse an den Planungen für das Gefahrenabwehrzentrum und an unserem Ausbildungskonzept hat uns dabei besonders gefreut.

Ein großer Dank gilt dem Team von Atemschutzunfaelle.eu, das seinen Kongress in Oberursel ausgerichtet und damit eine hochkarätige Feuerwehr-Fachveranstaltung in unsere Stadt gebracht hat.

Für uns war der Kongress zugleich ein kleiner Vorgeschmack auf das, was mit dem neuen Gefahrenabwehrzentrum vor uns liegt. Wir freuen uns auf die Fertigstellung und ganz besonders darauf, wenn die ersten Feuerwehrangehörigen ihre Ausbildung in der neuen Heißausbildungsanlage absolvieren können.