Neue Technik, veränderte Einsatzlagen und weiterentwickelte Abläufe stellen auch an die Führungskräfte der Feuerwehr immer neue Anforderungen. Deshalb bringt die Feuerwehr Oberursel ihre Gruppen- und Zugführer einmal im Jahr gezielt zusammen, um neue Verfahren zu vermitteln, Erfahrungen auszutauschen und ein einheitliches Vorgehen im Einsatz sicherzustellen.
Ein Thema war der neue digitale Prozess zur Anzeige von Verbrennungen pflanzlicher Abfälle, über den die Stadt Oberursel bereits informiert hat. Damit dieser Prozess seinen Mehrwert such für den Einsatzdienst entfaltet, müssen die Feuerwehrkräfte wissen, welche Informationen ihnen künftig zur Verfügung stehen und wie sie diese nutzen können. Der Verbrennungsort wird digital erfasst und kann von den Einsatzkräften direkt eingesehen werden. So lässt sich beispielsweise eine gemeldete Rauchentwicklung schneller und gezielter einordnen.

Auch die zunehmende Zahl elektrisch angetriebener Fahrzeuge verändert die technische Hilfeleistung. Deshalb hat die Feuerwehr Oberursel eine neue Softwarelösung für die digitale Rettungskartendarstellung beschafft. Das Crash Recovery System kann anhand des Fahrzeugkennzeichens die passende Rettungskarte bereitstellen und zeigt unter anderem Hochvoltkomponenten, Batterien und relevante Abschaltmöglichkeiten. Ein besonderer Schwerpunkt der Schulung lag darauf, wie die Software die Einsatzkräfte dabei unterstützt, Hochvoltsysteme schneller zu erkennen und die notwendigen Maßnahmen zur Deaktivierung vorzubereiten.
Daneben stellte Patrick Vogel, zweiter stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Oberursel-Mitte, die digitale Lagekartenführung des in Oberursel genutzten Einsatzführungssystems EDP vor. Einsatzstellen, Gefahrenbereiche, Abschnitte und Einsatzmittel können dort gemeinsam und in Echtzeit dargestellt werden. Damit wird EDP kontinuierlich weiterentwickelt, um Einsatz- und Führungskräfte im Einsatz noch besser zu unterstützen.

Auch wenn Oberursel in diesem und im vergangenen Jahr bislang von größeren Starkregenereignissen verschont geblieben ist, bleibt die Vorbereitung darauf wichtig. Die Führungskräfte beschäftigten sich deshalb erneut mit den Abläufen bei Flächenlagen, also Ereignissen bei denen die Feuerwehr plötzlich und zeitgleich mit einer Vielzahl von Hilfeersuchen konfrontiert ist. In einem solchen Fall müssen Einsatzstellen zunächst gesichtet, priorisiert und die verfügbaren Kräfte anschließend gezielt dorthin geschickt werden, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird.
Den Abschluss bildete die weiterentwickelte Alarm- und Ausrückeordnung, vorgestellt durch den stellvertretenden Stadtbrandinspektor Andreas Hensler. Anpassungen waren unter anderem notwendig, weil sich die Feuerwehr Oberursel im Bereich Waldbrandbekämpfung neu aufgestellt und einzelnen Stadtteilfeuerwehren konkrete Schwerpunktaufgaben zugewiesen hat. So sollen vorhandene Fähigkeiten und Ausstattung künftig noch gezielter eingesetzt werden.
Die jährliche Führungskräftefortbildung ist damit ein fester Bestandteil der Weiterentwicklung der Feuerwehr Oberursel – mit dem Ziel, neue Technik, digitale Unterstützung und bewährte Einsatzgrundsätze sinnvoll miteinander zu verbinden.


